Tag 7

Gut schlafen tut man hier immerhin und wo Schatten da ist auch Licht. Heute muss ich nicht soviel Wasser tragen. Früh ist es sogar kurz bewölkt.



Über die ersten Berge drüber war die Aussicht echt top, es wurde wie immer heiß aber kann man nix machen. Es ging stetig auf und ab…

Nach einer Pause im Schatten habe ich dann die erste Schlange gesehen, mitten auf dem Trail… Ich habe Steine und Äste hin geworfen aber die hat sich nicht stören lassen. Irgendwann nach Minuten ist sie dann etwas ins Gebüsch aber man konnte sie noch sehen. Na toll hier kann ich nicht vorbei, leider sind alle Schlangen in Australian giftig. Also hab ich mich in großem Bogen durchs Gebüsch geschlagen und danach ein paar Minuten Tempo gemacht und etwas Strecke zwischen uns zu bringen. Es gibt sie also tatsächlich.


Auf Mount Howitt habe ich Tageswanderer gesehen, von hier kommt man in 6km zu einer befahrbaren Allrad Straße. So hab ich auch mal ein Foto von mir.

Hier gab es auch die erhoffte Quelle, 4L in 30 Minuten aber hey es ist kalt und Wasser, besser als gestern.


Danach ging es noch 10km über einen Bergrücken und am Ende unfassbar steil auf den letzten Berg des Tages. Meine Güte. Es war so warm das ich das Wasser fast gar nicht so schnell nachtrinken konnte. Danach kam ein kleiner Bach wo ich nochmal aufgefüllt habe, eigentlich wollte ich hier zelten aber danach ging es nur 3km bergab also hab ich beschlossen voll bepackt mit Wasser dort zu zelten.
Das bringt mich näher an die Section morgen die nochmal hart wird.
22.6km
1236m hoch / 1527m runter
42895 Schritte
Tag 8

War das nachts wieder eine Geräusch Kulisse 😅 hier ist übrigens Wilderness Gebiet also nicht mal Trail Markierungen existieren damit es so wild wie möglich ist.
Heute steht der Endgegner an, Mount Viking. Tagelang wurde ich von anderen gewarnt, bei Facebook, in den Trail notes etc steht überall wie hart die Sektion ist. Für die nächsten 13km sind 11 Stunden empfohlen! Man hat ihn gestern schon im Hintergrund gesehen, man ist der steil!
Ich bin Punkt 6.30 mit dem ersten Lichtstrahl gepackt und breche auf um vor der Hitze auf dem Berg zu sein, außerdem bin ich auch etwas nervös, ist schon sehr sehr abgelegen und man kann verloren gehen.


Der erste Berg war easy und der Bergrücken danach schon früh heiß und praktisch kein Weg. Bin mehrmals falsch gelaufen bis ich das System raus hatte.

Hier war auch ein harter Winter wodurch hunderte Bäume auf dem Weg lagen, das hat mir tatsächlich Spaß gemacht drüber zu klettern. Dauert aber alles ewig.

Nach 3 Stunden bin ich unterhalb von meinem persönlichen Endgegner und esse kurz was, danach geht’s auch schon los. Über 450m hoch in 1,2km, zum Glück noch im Schatten. Ich habe sämtliche Gummibärchen die ich noch hatte verbraucht.

Ich frage mich echt wie die anderen das machen die hier deutlich schwerer bepackt sind als ich. Hatte wirklich Probleme da durch zu kommen.



Nach einer guten Stunde war ich auf dem Mt Viking. Kurz ein paar Chips gegessen aber es wird langsam wärmer, zum nächsten Wasser sind es noch Stunden und der Abstieg soll heftig sein also ziehe ich weiter. An solchen Tagen kann ich erst entspannen wenn ich bei Wasser oder einer Straße bin.
Der Abstieg vom Viking war schwieriger als der Aufstieg, die Luft hat sich gestaut und es warm wie im Backofen. Dazu ging es teilweise 40% runter, sodass ich viel rutschen musste. Da nichts markiert ist nimmt man ab und zu einen falschen Pfad der dann an einer Klippe endet und man soweit zurück muss bis man andere Wege sieht. Querfeldein durch den Busch geht hier nicht, man würde sich verlaufen.


Den restlichen Tag ging es dann abwechselnd durch Dschungel und Straßen steil hoch und runter durch die grüne Landschaft. Es gab alle 10km Regenwasser Tanks, zum Glück. Beim vorletzten habe ich gegen 18 Uhr schon Essen gekocht und bin danach noch weiter, wirklich kühler war es nicht aber immerhin weniger Sonne.

Beim letzten Tank bin ich genau mit der Dunkelheit angekommen, hier zelte ich heute. Morgen muss ich zur Stadt pushen weil ich kaum noch Essen habe und 9 Tage draußen reichen ja auch erstmal…
Alles klebt und stinkt, der letzte Fluss zum Baden ist Tage her. Durch das schwitzen habe ich mir auch einen Wolf gelaufen.
Die km sind nichtssagend, laut Trail Buch waren das 16 Std Laufzeit 😅
28,9km
2013m hoch / 1812m runter
52195 Schritte
Tag 9


Früh ist es zum Glück bewölkt. An Stadt Tagen habe ich automatisch kaum Hunger und Durst weil man weiß das was besseres kommt. Es gibt einen deutlich längeren Weg über Jeep Straßen wodurch ich heute nicht durch den Busch muss. Da ich noch Handy Akku habe beschließe ich diesen zu nehmen weil ich da vermutlich trotzdem schneller bin und Musik hören kann.


Innerhalb von 20 Minuten gleich 2, Schlangen, die wissen wohl nicht das ich es eilig habe…

Unterwegs war noch ein Vogel Beobachter der mir Wasser gegeben hat aber sonst bin ich ohne Pause durch und war nachmittags bei der Straße. Die letzten Meter eher schlecht als recht aber hey ich bin da 🙂
Von hier sind es 10km nach Hotham Heights ich laufe das sicher nicht. Nach 10 Minuten kommt das erste Auto in meine Richtung, hält an und der steigt erstmal aus und gibt mir ein kaltes Bier aus einer Kühlbox… Hier herrscht noch Anstand 😅
Er stellt sich vor, Scott und arbeitet für den Forrest Service, sprich er kümmert sich um Wanderwege und Naturschutz. Da macht es Sinn das er mir so gern hilft. Nach kurzer Fahrt in den Skiort hilft er mir sogar noch die günstigste Übernachtung zu finden (36€/Nacht), da es erst ab Abends essen gibt reicht er mir noch Käse, Cracker, 3 Bier und 2l Milch. Er arbeitet unter der Woche draußen und fährt übers Wochenende nach Hause. Sehr nett!

Hier hatte ich auch ein Essen Paket das mir eine Freundin aus Australien geschickt hat.

Beste Dusche.


Viel ist nicht los weil Sommer ist im Skigebiet. Das Essen tut gut. Der nächste Abschnitt sollte deutlich einfacher werden mal sehen.

Definitiv ein Upgrade zum Zelt…
33.4km
44.154 Schritte
1545m hoch / 997m runter