Abends hat es dann plötzlich angefangen zu Gewittern, obwohl erst für den Morgen Regen angesagt war. Ich bin gegen 10 nochmal fix raus um alle Heringe zu checken und kurz darauf ging der Sturm los. Als es früh um 6 noch geregnet hat habe ich noch nochmal umgedreht, heute sind unter 30km, ein einfacher Tag dachte ich.

Es ging noch ein paar km entlang Jeep Straßen und plötzlich wurde der Trail immer schwieriger zu passieren, natürlich ging es auch steil bergab zu einem Fluss.

Zusätzlich zu den Blutegeln wegen denen meine Socken schon blutrot gefärbt sind beißen heute noch riesen Ameisen, aua.

Jedesmal wenn was kriecht denkt man immer eine Schlange aber bisher immer nur harmlose Tiere, zumindest denke ich der ist harmlos…

Unten beim Black river war mir der Weg nicht so ganz klar, gut das man mitten im Nirgendwo ist. Irgendwann hab ich eine Art Ziegenpfad gefunden der parallel zu dem Fluss steil hoch und runter geht und mich in die richtige Richtung führt…

Das letzte fließende Wasser für eine Weile, hier habe ich erstmal gebadet und Mittag gemacht. Die 13km hier runter haben dann doch ziemlich lange gedauert, hab dann nur fix was gegessen und weiter…

Nach der Brücke ging es auf 6km 800m durch den Dschungel nach oben, es war gut warm, zum Glück bin ich erstmal höher und es sollte kühler werden. Auf halber Weg hab ich eine ältere Frau getroffen die den Weg nach Süden geht. Wir wussten schon das wir uns begegnen weil jeder Kommentare in den Wasserreport geschrieben hat. Leider haben wir uns an einer sehr ungünstigen, steilen Stelle getroffen und ich habe noch etliche Stunden vor mir also fasse ich mich kurz. Schade das man sich nicht abends trifft.

Nach einer Weile geht es endlich auf die Straße, hier muss ich zwar auch noch etliche Höhenmeter abreißen aber deutlich besser.



An Rumpff saddle angekommen warten in den Büschen versteckt meine Box mit 4 Tagen Essen, einer Cola und 20L Wasser. Außerdem nehmen die meinen Müll mit. Der Service war so 140€ aber ist ja Urlaub und hat mir 4 Tage Essen schleppen, sprich viel Leiden erspart 🤣
Die nächsten Tage kommt die härteste Section des, ganzen Trails, es gibt zudem auch endlich mehr Aussichten, ich bin gespannt.
29,4km
1659m hoch / 1273m runter
44.671 Schritte
Tag 5

Ich bin früh nicht allzu zeitig los, habe sehr gut geschlafen. Mit dem neuen Essen und 3L Wasser ist der Rucksack schwer. Ich habe die Entscheidung getroffen einen kurzen Tag einzulegen weil danach lange kein Wasser kommt und ich ab Nachmittag 6-7L hätte tragen müssen. So ist mein Ziel lediglich das nächste Wasser, dort esse ich soviel wie möglich, nächtige dort und ziehe früh den Tag ohne Wasser durch.
Heute das erste Mal Kühe…

Die ersten paar Aussichten. Es ging zwar immer nur kleine Hügel hoch, trotzdem schwierig und zäh. Liegt aber auch am Kopf da ich mir heute nicht viel vorgenommen habe.



Auf dem ersten Berg habe ich die Sonne genutzt um mein Zeug zu trocknen, dies war ziemlich klamm von den Wolken gestern Nacht. Hier sind eine Gruppe von 4 jungen Wanderern Richtung Süden an mir vorbei. Die sind schon seit über 30 Tagen auf dem Trail, echt verrückt. Trotzdem hatten sie es scheinbar eilig weiter zu ziehen.


Nach dem letzten Berg ging es dann durch den Dschungel zu einem Pass runter. Hier unten musste ich nochmal 1,5km weg vom Trail um aus diesem Loch Wasser zu holen… Ich musste komplett rein klettern. Ekelhaft. Naja ich habe das maximum mit hoch genommen, das muss nun bis morgen Abend reichen, nochmal geh ich nicht hier runter.

Da ich Handy Akku sparen muss und allein bin ist es ganz ungewohnt nur rum zu sitzen. Langweilig war mir nicht aber ich bin trotzdem froh morgen mehr zu tun zu haben 😅
20,8km
647m hoch / 1232m runter
36.921 Schritte
Tag 6

Da heute der härteste Tag wird hab ich mir den Wecker auf um 6 gestellt und bin halb 7 los. Vorher noch 1,5L Wasser getrunken und voll gepackt mit 5 weiteren Litern. Nach einem kurzen Jeep track geht der Trail nach links und zeigt ein paar Warnungen an. Sehr beruhigend.




Nach 3 Stunden und gerade mal 600m hoch war ich auf Mt Macdonald, dem ersten vieler Berge heute.

Bis dahin war alles einfach, nun wird es aber langsam heiß, zudem ist der Trail einfach nur noch einem Berg folgen und selten zu sehen. Auf dem ersten Weg nach unten habe ich eine falsche Abzweigung genommen, der Weg ist irgendwann verschwunden und ich musste mich 20 intensive Minuten durch Büsche zurück schlagen. Panik hilft aber auch nicht also Ruhe bewahren, Lage sondieren, Ausweg suchen weil helfen kann mir hier keiner. Danach war ich deutlich aufmerksamer und habe mehrfach geprüft ob ich richtig bin.


So ging es dann den ganzen Tag, steil hoch und runter durch die absolute Pampa. Menschen hab ich wieder keinen getroffen. Das Wasser musste ich mir streng rationieren. An sich waren die Landschaften heute top aber durch die Hitze musste ich mich echt durchkämpfen und konnte die Aussichten gar nicht ausreichend genießen. Nach der Hälfte hatte ich eigentlich kein Bock mehr, hatte Kopfschmerzen und war mega geschafft aber es gibt keinen anderen Ausweg als durchziehen oder eine Helikopter rufen. Kein Ausgang für die nächsten Tage 😅

Nach dem letzten Berg kam ein mega steiler Abstieg der auch als Klettersteig hätte durchgehen können, danach nur noch 3km auf einem alten Feldweg…


Und hier ist das Paradies auf Erden, eine kalte Quelle. Ich habe direkt 2L getrunken und erstmal eine Stunde gechillt ehe was ging. Am Ende habe ich fast keine Pausen gemacht weil das Wasser knapp war und ich ankommen wollte. Hier habe ich mich notdürftig gewaschen und ordentlich gegessen…
Das war glaube mit der härteste Tag in meinem Leben, hätte ich vorher nie gedacht. Witzigerweise hat man das 2 Stunden später wenn man im Zelt liegt schon abgehakt, morgen muss es ja weitergehen.
Heute über 9L Wasser konsumiert 😅
26,3 km
1801m hoch / 1251m runter
47.878 Schritte