Tag 19 14,1 Meilen / 22,6 km
Ein Trail Angel hat uns am späten Nachmittag wieder zum Trail gefahren und mir noch 3 edle Abendessen gegeben. Diese haben mir tatsächlich die nächsten Tage geholfen den Frust zu überstehen und bringen etwas Abwechslung in die Küche.
Die ersten Schritte fallen immer schwer, vor allem bei über 30 Grad. Der Wald ist mega angenehm und abwechslungsreich. Nach ca 8 Meilen geht der Spaß dann aber los, mein Rücken und Schritt tut durch die Hitze, Feuchtigkeit und Reibung höllisch weh. Die Anzeichen waren schon da aber ich hätte nicht gedacht das es so schnell wieder los geht. Ich wollte nach 10 Meilen zelten aber da es schon spät war und hier viele northbounder (von Mexiko nach Kanada) unterwegs sind war alles belegt. Ich hab mich durch gequält und irgendwann in der Dunkelheit wo gezeltet. Was Gutes hatte es, ich hab im halb dunklen einen riesen Bär direkt vor mir gehabt. Durch die Hitze der letzten Tage hab ich meist 7-9L Wasser getrunken was man größtenteils raus schwitzt und was an Druckstellen die selten trocknen leider zu Ausschlag werden kann. Nervig. Heute gönn ich mir eines der edlen Essen.
Tag 20 21,7 Meilen / 34,7 km
Ich schlafe lange, die Sonne ist durch den Rauch blutrot. Irgendwie hat es was, so düster. Nach gut 10 Meilen komme ich an einem See vorbei und springe kurz rein um die empfindlichen Stellen zu reinigen. Der ursprüngliche Plan heute 30 Meilen zu laufen ist sehr unwahrscheinlich da jeder Schritt wie Feuer brennt. Es hat sich zum Glück deutlich abgekühlt und es weht kalter Wind. Der Tag besteht darin alle 2 Stunden Vaseline aufzutragen und eine halbwegs bequeme Position beim Laufen zu finden was schwierig ist. Entweder der Rücken, der Schritt, die Schultern oder alles tut weh. Die Sonne kommt den ganzen Tag nicht durch aber die Landschaft in Süd Washington ist ohnehin eher durchschnittlich.
Tag 21 26,9 Meilen / 43 km
Früh regnet es dann endlich mal leicht und umso höher ich auf den nächsten Berg komme umso nebliger wird es. Absolut notwendig so trocken wie es hier ist. Die ersten 10 Meilen gehen ok also beschließe ich heute die Backen zusammen zu kneifen und wenigstens 26 Meilen zu laufen da es die letzten paar Stunden kein Wasser geben wird. Der Wald ist wie ein Dschungel und beim letzten Fluss gehe ich nochmal ausgiebig baden. Durch meine ungünstige Haltung beim Laufen und die mittlerweile durchgelaufenen Schuhe hab ich nun noch leichte Druckstellen am rechten Fuß, es geht immer weiter 😅
Tag 22 19 Meilen / 30,4 km
Heute geht’s in die Stadt, nichts kann mich davon abhalten. Ich trinke und esse wie immer nur notdürftig um am Leben zu bleiben, spare mir den Appetit aber für Burger und Milkshake. Man kann den Colombia river schon 5 Stunden bevor man unten ist sehen was leicht demotivierend ist. Trotz Reibung, Hunger und Müdigkeit mache ich keine Pause. Einzige Ausnahme sind ein paar Brombeeren und Himbeeren die köstlich sind und direkt auf Augenhöhe wachsen.
Kurz vor Cascade Locks überquert man die ikonische Bridge of the Gods die das Ende von Washington und den Anfang von Oregon darstellt. Diese Überquerung dauert knapp 10 Minuten da der Columbia River gigantisch breit ist. Nach der ersten Mahlzeit beschließe ich morgen frei zu nehmen und meine Haut entspannen zu lassen. Ich liege sehr gut in der Zeit und so ist das Laufen unerträglich. Bis auf eine handvoll andere pct hiker ist es sehr ruhig dieses Jahr.
Tag 23 0
Heute bin ich nur etwas shoppen gegangen und werde den kompletten Tag mit essen verbringen.




























