Tag 7 10,9 Meilen / 17,5 km
Die Idee so spät wie möglich zum Trail zurück zu fahren klappt selten da man meist um 11 auschecken muss. In Skykomish ist nichts los, wir mussten nach 19 Uhr fertig Pizza von der Tankstelle kaufen und in der Mikrowelle zubereiten…
Zurück zu Steven’s Pass haben wir das geliehene Auto an seinen Platz zurück getan und sogar voll getankt. Das Vertrauen uns sein Auto zu überlassen ist wirklich beeindruckend. Auf dem Trail ging es steil bergauf, dank Musik und einem kühlen Nachmittag bin ich deutlich weiter als geplant und vor den anderen.
Tag 8 24,9 Meilen / 39,9 km
Früh ist mir aufgefallen das ich vor 3 Jahren genau an derselben Stelle gezeltet habe. Es ging dann wie immer Achterbahn mäßig hoch und runter, die Landschaft gleicht die Anstrengung aus. Die Hitze macht mir unheimlich zu schaffen, es sind teilweise über 30 Grad und Wolken findet man fast nie. Nach 10 Tagen auf Trail habe ich gefühlt mehr Sonne gesehen als in Jahren in Deutschland. Mittags kam dann ein wunderschöner See zum Baden. Die Mosquitos und Fliegen sind richtig nervig. Alles beißt und kratzt. Nach einem langen Tag mit vielen Blowdowns (umgestürzten Bäumen) am Ende hab ich einen entspannten Platz an einem See. Wieder leicht vor den anderen.
Tag 9 21,2 Meilen / 34 km
Das Höhenprofil verspricht einen langen Tag daher nehme ich mir nur 22 Meilen vor. Auf dem Weg zum ersten Pass sieht man nochmal den See wo ich gezeltet habe. Selbst früh um 7 ist es schon unendlich heiß und kaum Schatten. Gegen Mittag komme ich an einem eiskalten Bergsee vorbei, mein Körper Ist komplett überhitzt, man muss sich praktisch abkühlen und reinspringen. Danach ging es knapp 1000m über 5km zurück ins Tal und dort auf der anderen Seite wieder hoch. Ich musste dutzende Pausen einlegen und warten bis die Sonne endlich hinter dem Berg verschwunden war. Auf dem höchsten Punkt dann Zelt aufgebaut, mein erste Klasse Abendessen mit top Aussicht genossen und direkt schlafen gegangen. Anfangs konnte ich das Essen kaum sehen, mittlerweile bin ich hungrig genug um alles mit Genuß zu essen. Hunger ist die beste Soße.
Tag 10 15,7 / 25,2 km
Das Ziel war näher an Snoqualmie zu kommen, so ist es immer noch ein recht langer Tag aber die Motivation Bacon Cheeseburger ist da. Nach einem kräftezertendem Aufstieg in der Sonne geht’s endlich in den Schatten. Der Weg ist steinig und steil aber macht unheimlich Spaß. Ich ziehe voll durch und laufe gute 6kmh. Gegen Mittag komme ich an einem See vorbei und springe kurz rein um mich zu erfrischen. Snoqualmie ist sehr beliebt und so kommen mir dutzende Tages Wanderer entgegen. Als ich dann von oben die Straße sehe sind es nur noch knapp 10km, ich renne fast. Nichts kann mich abhalten, doch dann ist dort plötzlich Trail magic. 2 Frauen haben Snacks und Getränke für pct hiker aufgebaut und ich beschließe hier ein paar Stunden zu entspannen und spare mir das Geld für die erste Mahlzeit. Ich stopfe alles rein was geht und trinke knapp 3L in Form von Cola und Bier. Das war absolut notwendig. Anstrengender Tag aber es geht gut vorwärts und der Körper scheint sich langsam daran zu gewöhnen das er laufen muss. Meine 2te Mahlzeit in Snoqualmie wurde anonym von jemandem bezahlt… Sowas passiert nur hier.


































